Confessions Of Rock 2006

von Simone Hartmann

· 4 min Lesezeit

Die Rock-Nacht in Bildern
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Vergangenen Freitag wurden sie abgelegt, die ersten „Confessions Of Rock“ – ein überaus gelungener Konzertabend, der sechs Bands der schlicht und einfach reichhaltigen Rock City Dresden eine wunderbar rockige, mithin gut organisierte musikalische Plattform bot. Zwar darf festgehalten werden, dass mit der Reithalle eine etwas überdimensionierte Lokation gewählt wurde, dennoch: Die ca. 400 Musikbegeisterten feierten bei hervorragendem Sound frenetisch ihre Helden, die sich durchweg schwer ins Zeug legten. Und deshalb gilt: Nein, es braucht nicht immer die große Mainstream-Sause zu sein, denn im Underground geht’s mindestens ebenso zackig und enthusiastisch zur Sache! Ach, was red’ ich: Besser, bombastischer, weil: ehrlicher. – Bleibt also zu hoffen, dass das Team um Veranstalter Wassili „Wasko“ Lasarov in Zukunft noch viel, sehr viel zu beichten und zu gestehen hat…

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Der Abend wurde eröffnet von Juliana, der Band von Hausherr Wasko (links im Bild am Bass). Zünftiger Grunge Rock kam zu Gehör, der jedoch etwas Eigenständigkeit und Bühnenpräsenz vermissen ließ.

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Juliana-Frontmann Tobi Dada im dunklen Cobain-Style.

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Als zweite Band des Abend gaben sich Black Tequila die Ehre. Und es war eine Wonne, den Herren und Damen Epicorern (gut möglich auch: Metalpunker) zuzuhören und -zusehen: Energie pur. (Die Annahme, dass ihr Sieg beim diesjährigen Uni-Air nicht so ganz mit rechten Dingen zugegangen war, muss ich nach diesem famosen Gig wohl revidieren.) Black Tequila – eines der heißesten Eisen im Rockofen Dresden, …

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… nicht zuletzt deshalb, weil Frontmann Christoph Kuehn ein sangesstarker und wahrer Entertainer vorm Herrn ist, …

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… der beispielsweis durch Juliane „Die erste Geige“ Fetter bravouröse Unterstützung findet.

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Sound-, Licht- und Nebelshow an diesem Abend? Vom Feinsten!

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Silent Poem, die dritte Band, trieb den Altersdurchschnitt kräftig nach unten – und mir die Denkerfalten auf die Stirn, denn auch wenn’s mit der Abstimmung unter den Musikanten zu Beginn arg zu hapern schien, erinnerte mich der dargebotene Folk Rock allzu sehr an die erfolgreicheren Zeiten der Letzten Instanz, allerdings in einer etwas schläfrigeren Variante.

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Immerhin: Sänger und Kontrabassist Felix gab im weißen Feinripp sein Bestes, …

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… ebenso Violinist Johannes, der allerdings hörbar über so manche Saite stolperte.

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Recht munter ging’s dagegen Backstage zu, …

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… wo sich Meister Meißelbach, seines Zeichens 7ieben-Frontmann, als süffisante Melange aus Freddy Mercury …

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… und Atze Schröder auf den anstehenden Gig vorbereitete.

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Und dieser war Stoner- respektive Hardrock-Bombast per excellence: Christoph bewies stimmgewaltig sein unnachahmliches, überzeugendes Talent für Inbrunst, …

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… Ausbrunst …

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… und herrliche Rockattitüde, …

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… der sich die Fanscharen einfach nicht entziehen konnten. Der Mann atmet, liebt und lebt Rock’n’Roll, genialst!

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Und die Kollegen Peter Lemke (rechts) und Sebastian Belke standen ihrer geliebten Rampensau selbstredend in nichts nach. Sebastian übrigens wird fortan die 7ieben-Geschicke als festes Bandmitglied begleiten, zumal sich der Heilige Bandrat nun definitiv dafür entschied, anstelle des bisherigen Cellos eine zweite Gitarre auf den 7ieben-Tanker zu holen. Eine schwierige, jedoch keine schlechte Entscheidung, will ich angesichts des hochwertigen Klangkörpers Belke meinen, auch wenn ohne Cello ein gewisser musikalischer Wiedererkennungswert verloren gehen mag. Ein solcher aber wird sich – neue Gitarren braucht das Land – zweifellos recht schnell wieder einstellen, sofern die 5ünf 7iebener die Neuformation als Chance bzw. Aufbruch zu noch ausgefeilteren Arrangements begreifen. – Ob der gebotenen Rock Show muss da jedoch niemandem allzu bange sein.

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Stargäste des Abends: Die ehemaligen 7ieben-Helden Christoph „Cellohorst“ Lippmann und Sebastian „Dr. Rock“ Hofmann, die ihren „Meessl“ hochleben ließen.

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Als fünfte Band des Abends gaben die Jungs von Universal Mind ihr psychedelisch-rockiges Stelldichein, und Frontmann Tom Vörös ließ keinen Zweifel daran, dass er die Nuancen zwischen grimmig-brachialer …

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… und schwermütig-sanfter Sangeskunst mühelos beherrscht.

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Das Tambourin darf selbstverständlich nicht fehlen, und ebenso wenig darf Gitarrist Joss „Wieselfinger“ Rossmanns dezent scheuer Blick darüber hinwegtäuschen, dass sein Spiel imstande ist, Götterdämmerungen einzuläuten. Reife Leistung der UniMinder alles in allem, die letztlich auch darüber Aufschluss gab, dass die Herren mit ihrem Übersong „City Universe“ nicht umsonst auf dem aktuellen CCC-R-Sampler (u.a. Beastie Boys, David Byrne) vertreten sind.

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Tastenmann Thomas Philipp hochkonzentriert, und Dank an dieser Stelle für den Gehörschutz, ohne den mein Trommelfell die beeindruckende Klangwand im Fotografengraben nicht überstanden hätte.

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Die Steffen-Sturm-Partei in Bestform, und vor allem beim Song „Place On Earth“ so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk und so knallhart wie ein Schlagbohrer.

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Schönheit meets Schönheit: Eine Göttin inmitten jubelnder UniMind-Fans.

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Beschlossen wurden die „Confessions Of Rock“ von den selbsternannten Finnen-Porncore-Rockern [pi!], die es nicht zuletzt ob ihrer ausgefallenen bis gewöhnungsbedürftigen Kostümierung und Bühnenshow dereinst ins Vorprogramm von Knorkator schafften.

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Doch Gitarrist „Finnishman“ mit Fisch- respektive Pavianmund, …

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… Drummer „Middlelegman“ mit frisch gestärkten Buchsen und …

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… Bassist „Hagebuttenman“ als Santa Claus boten ein astreines, abwechslungsreiches, Hard- bis Metalcore-lastiges Sturmgewitter; …

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… lediglich mit den stimmlichen Qualitäten der hübschen Frontfrau „Womanman“ Claudia konnte ich mich nicht anfreunden. Kaum möglich, dass ausnahmsweise der Mann am Mischpult (Nik vom Virtouse Vibes Tonstudio) versagt hätte; denn weil mir die teils recht schrill-schräge Sirenenhaftigkeit aus früheren [pi!]-Konzerten ihm Ohre verblieben war, tippe ich eher auf eine verschleppte Lungenentzündung.

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Achselschweiß? Hoden eingeklemmt? Oder doch einfach nur: Bock auf Rock?

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Letzteres stimmt. Und so stand unversehens 7ieben-Frontmann Meißelbach auf der Bühne, um im Duett mit Frau „Womanman“ – man höre und staune – den Roxette-Straßenfeger „The Look“ darzubieten. Gelungene Überraschung das, vor allem deshalb, weil der Song von allen Beteiligten so hervorragend interpretiert wurde, dass das gute Stück unweigerlich Einzug in mein Cover-Top-10 hielt (angeführt von Amorphis und ihrem Doors-Cover „Light My Fire“).

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Tja, und zu guter Letzt? Schlicht und einfach: Schön warnse, gelungen warnse, die ersten „Confessions Of Rock“…

(Btw, für die vierte Ausgabe des Underground-Fanzines Abditus Vultus ist ein weiterer Bericht über die „Confessions Of Rock“ geplant; allerdings wird es bis zum Erscheinungstermin noch einige Wöchelchen dauern. Weihnachten rum? Hmm, ok, gut Ding will Weile haben… ;-] )

Kommentare

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Gepostete Kommentare

dada "alias Tobi" 28.09.2006, 20:25 Uhr

ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dada heiße.

29.09.2006, 07:05 Uhr

Ups, sorry, wird berichtigt...

dada 29.09.2006, 09:23 Uhr

danke :cheese:

Der Finne 29.09.2006, 11:03 Uhr

Auflösung: Keine verschleppte Lungenentzündung sondern verschleppte Gehirnerschütterung. Montag Unfall, 3 Tage Knrankenhaus, Mittwoch Entlassung, Donnerstag Probe, Freitag Konzert. Womanman aus Eisen ! Ps: Bei [pi !] am Pult nicht Nik sondern Sir Lanzelot von Gedacht Schöne Bilder sind's ! Beste Grüße vom Finnen

thomas 02.10.2006, 08:59 Uhr

schöner artikel

sera 08.10.2006, 09:44 Uhr

Was nimmt dieser Autor des Artikels sich eigentlich heraus, so einen Blödsinn mit so vielen Fehlern und teilweise schon Beleidigungen über Confessions of Rock zu schreiben? Der Sound dort war übrigens eine Katastrophe, für den die Bands doch nichts dafür können. Vielleicht solltest du dich einem anderen Studiengang widmen, indem man dich wirklich braucht. Als Konzertautor eignest du dich jedenfalls nicht.

08.10.2006, 21:39 Uhr

@sera: Öhm, danke für die Blumen! Doch so ganz einleuchten will mir dein Statement nicht: Welche Beleidigungen über die "Confessions of Rock" meinst du? Die Quintessenz des Artikel ist doch wohl eindeutig die, dass besagte Veranstaltung äußerst gelungen war; eindeutiger geht's kaum. Ebenso wenig teilt der Text deine die "Confessions of Rock" abwertende Einschätzung zum Sound, der ganz bestimmt nicht "eine Katastrophe" gewesen ist - schließlich ist die Reithalle nicht umsonst eine der beliebtesten Dresdner Konzerthallen; viel eher ist es den fähigen Tontechnikern zu verdanken, dass diverse Schnitzer seitens manch eines Nachwuchs-Musikers nicht hörbarer ins Gewicht fielen. Was meine teils fehlerhafte Namens-Recherche angeht, dafür stehe ich natürlich grade; aber da im Artikel deiner Meinung nach noch viele weitere Fehler stecken, garniert mit noch mehr "Blödsinn", würde ich mich freuen, wenn du mir einerseits diese Fehler nennst (gern auch mit weiteren Beleidigungen) und wenn du uns andererseits an deinen Eindrücken zu den "Confessions of Rock" teilhaben lässt. Ich bin mir sicher, an dir ist ein/e hervorragende/r und objektive/r Konzertautor/in verloren gegangen.

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